Motorboot-Tour Zehdenick – Potsdam

Im Frühjahr trafen wir uns mit Doris und Lory in der Nähe des Kaiserstuhls. Wie der Zufall es wollte, verbrachten wir gerade beide dort in der Nähe unseren Urlaub. Sie erzählten uns von ihren schönen Touren in und um Berlin herum mit ihrem Motorboot. Damit war die Idee geboren, auch einmal eine solche Tour zu unternehmen. Im Laufe des Jahres reifte dieser Vorschlag und nach unserem Sommerurlaub buchten wir die Peter Pan mit Liegeplatz in Zehdenick.

Anfang Oktober war es so weit. Wir sind von Zehdenick aus 1 Woche mit der Peter Pan (Linssen 290 Sedan von PUUR Yachtcharter) auf den Berliner Gewässern unterwegs gewesen. Nach vielen Jahren mit Segelyachten war dies eine neue Erfahrung für mich.

Um nicht die ganze Strecke bis nach Berlin auf einmal fahren zu müssen, haben wir uns bereits am Freitag auf den Weg nach Zehdenick gemacht. In Bad Klosterlausnitz nahe der Autobahn A9 haben wir übernachtet. Nach der Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbüffet sind wir dann weiter nach Zehdenick gefahren.

Dort hat uns bereits Günter von der Marina in Zehdenick erwartet, der uns die Peter Pan ausgezeichnet übergeben hat. Nach dem Einräumen der Peter Pan haben wir uns dann gleich auf den Weg gemacht. Schleusenerfahrung hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Es wurde uns dafür ausführlich erklärt, wie wir uns zu verhalten haben. Die ersten Meter mit der Peter Pan waren noch etwas gewöhnungsbedürftig, da er etwas anders reagiert als eine Segelyacht. Dank dem Bug- und Heckstrahlruder war es recht einfach das Motorboot zu bewegen. Auf den ersten Schleusengang mussten wir etwas warten, das vorausfahrende Motorboot hatte bereits den Schleusengang angefordert. Das Motorboot hat uns dann bis zur Lehnizter Schleuse begleitet. In den insgesamt 4 Schleusen konnten wir noch einige Tipps in Erfahrung bringen. Es machte uns Spaß und wir hatten uns immer neuen Herausforderungen zu stellen.

Die erste Station war beim WSC Lehnitz e.V.. Dort wurden wir nach dem Anlagen sehr freundlich willkommen geheißen. Nach dem Anschließen des Landstromes und schon zu etwas vorgeschrittener Uhrzeit haben wir uns mit dem Schlüssel in der Tasche auf den Weg zur Pizzeria Amarone gemacht. Dort konnten wir ausgezeichnet italienisch speisen. Den Rückweg fanden wir ohne Probleme und sind dann recht müde in die Koje gefallen. Es dauerte nicht lange, bis wir geschlafen hatten.

Der zweite Tag führte und bis nach Potsdam zur Marina am Tiefen See. Es war ein wunderschöner sonniger Tag bei angenehm warmen Temperaturen. Das nutzten wir dazu das Variodeck (Panoramadach) zu öffnen. Im Tegeler See nördlich von Valentinswerder genossen wir unser  Mittagessen. Durch den Innensteuerstand und die Pantry im gleichen Raum war es für uns sehr angenehm, da wir uns immer im gleichen Raum aufgehalten haben. Bei einem Motorboot mit Außensteuerstand wäre dies nicht möglich gewesen.

Den schönen Sonntag nutzen sehr viele Wassersportler auf dem Gebiet zwischen Spandau und Potsdam um ihr Segelboot noch einmal zu bewegen. Dies hatte zur Folge, dass wir uns mühsam durch die vielen Segler, Kajakfahrer, Frachtschiffe und Ausflugsdampfer hindurch manövrieren mussten. Jetzt konnte ich mich einmal in die Lage eines Motorbootfahrers versetzen und es war wirklich nicht einfach. Ich war froh, dass dies der einzige Tag mit so vielen Wassersportlern blieb.

Schleuse Spandau

 

Ausflugsschiff Havel Queen

 

Unter der Glienicker Brücke hindurch, vorbei am Schloss Babelsberg führte uns der Weg zur Marina am Tiefen See. Dort angekommen hatten wir den Hafermeister angerufen, welcher uns freundlich beim Anlegen geholfen hatte, was aber nicht wirklich nötig gewesen wäre.

Schloss Babelsberg

 

Den nächsten Tag verbrachten wir mit dem Fahrrad in Potsdam.

In Potsdam besuchten wir am Vormittag die Freundschaftsinsel, die St. Nikolaikirche, das holländische Viertel und natürlich das Schloss Sanssouci. Durch das kühle Wetter stärkten wir uns auf dem warmen Schiff am Mittag. Nachmittags besuchten wir die Glienicker Brücker und informierten uns dort über die Geschichte der Brücke. Am Ufer entlang ging es weiter zum Schloss Cecilienhof, durch die Innenstadt und wieder zurück zur Marina.

Schloss Sanssouci

 

Holländisches Viertel

 

Am Dienstag hatten wir uns vorgenommen, Potsdam auf den Kanälen zu umrunden und im großen Wannsee zu übernachten. Nach dem Ablegen in der Marine am tiefen See ging es über den Templiner See, Schwielowsee zur Insel Werder. Es ist dabei immer eine Herausforderung, sich durch die schmalen Kanäle mit den vielen Tonnen hindurch zu bewegen. Am Schiffsanleger in Werder machten wir eine Pause und nutzten diese zu einem kleinen Spaziergang auf der Insel. Sicherlich haben wir nicht alles von diesem wunderschönen Örtchen erkunden können, daher werden wir an diesem idyllischen Ort wieder mal halt machen.

Auf der Fahrt im großen und kleinen Zernsee konnten wir viele kleine Häuser, Bootsanleger und andere Dinge entdecken. Der Sacrow-Paretzer-Kanal war im Vergleich dazu recht langweilig. Am Ende des Kanals lagen ein paar nette Ferienhäuschen mit den dazugehörigen Booten.

Die Fahrt führte uns weiter durch den Jungfernsee, zwischen der Pfaueninsel und dem Wannsee hindurch in den großen Wannsee. Die Wahl des Hafens viel bei den vielen verschiedenen Häfen nicht leicht. Wir machten letztendlich beim Potsdamer Yacht Club fest. Dort konnten wir bei stürmischem Wind ein paar Optis bei deren Training zuschauen. Im Hafen lagen bereits einige 2.4mR Yachten welche für die Internationalen Deutschen Meisterschaften angereist waren.

Nach einer etwas bewegten Nacht sahen wir einigen Yachten zu, wie sie den Hafen für eine Regatta verlassen haben. Der Wind hatte noch etwas Energie und so sind viele Segler mit gerefftem Großsegel hinaus gefahren.

Nach dem Ablegen fuhren wir über den kleinen Wannsee, Pohlesee, Stölpchensee in den Griebnitzsee. Das besondere im letzten sehr schmalen Kanal ist, dass eine Begegnung von Booten nicht möglich ist. Daher können die Boote nur abwechselnd alle halbe Stunde den Kanal in die eine oder andere Richtung durchfahren. Eine etwas weitere Fahrt führte über die scharfe Lake und Spandau in Tegeler See. Nach einer kleinen Stärkungspause fuhren wir weiter bis nach Lehnitz bei Oranienburg. Wegen Brückenbauarbeiten konnten wir leider nicht direkt nach Oranienburg hinein fahren.

Am nächsten Vormittag unternahmen wir eine Fahrradtour um Oranienburg zu erkunden. Am Schlosspark waren Hinweistafeln errichtet, wo wir zur Geschichte dieser einzigartigen Stadt einiges lernen konnten. Die Stadt selber ist durch ein kleines Stadtzentrum geprägt, das immer grüner wird, je weiter man das Zentrum verlässt. Zurück beim WSC Lehnitz legten wir ab und fuhren zur Lehnitzer Schleuse. Dort angekommen wurden wir von der Wasserschutzpolizei kontrolliert. Es war eine sehr angenehme Polizistin, welche unsere Bootsunterlagen und den Fahrausweis kontrollierte. Da wir alles vorschriftsmäßig mitführten, war dies kein Problem für uns. Ein Kompliment ist das auch an das Charterunternehmen PUUR Yachtcharter.

Bei der Ausfahrt aus der Lehnitzer Schleuse mussten wir kurz warten, da der Motor eines Frachtschiffes nicht starten wollte. Wir konnten seitlich am Frachter vorbeifahren und damit unsere Fahrt fortsetzen. Nach einiger Zeit haben wir den Oder-Havel-Kanal verlassen und sind in den  kleineren Malzer-Kanal eingefahren. In Liebenwalde fanden wir vor der Brücke noch ausreichend freie Liegeplätze und haben daher dort festgemacht. Der freundliche Hafenmeister der Marina Liebenwalde half uns beim Anlegen.

Peter Pan / Linssen 290 Sedan

 

Es ist bereits wieder Freitag geworden und so mussten wir uns auf den Heimweg Richtung Zehdenick begeben. Davor unternahmen wir einen größeren Spaziergang durch Liebenwalde. Auf dem Rückweg zum Hafen hatten wir uns noch sehr nett mit einem Herrn in einer Gartensiedlung unterhalten. Es wurde uns klar, warum es so viele Ferienhaussiedlungen um Berlin herum gibt. Die „Städtler“ möchten nicht nur ihre Großstadt sehen und fahren daher sehr gerne in die Berliner Umgebung. Fahrradtouren unternehmen, Angeln an der Havel oder Spaziergänge in der Natur bieten eine gute Abwechslung und Erholung.

Die letzten beiden Schleusen waren keine Herausforderung mehr und wie durchfuhren sie als ob wir nichts anderes tun würden. Das Besondere an der Zehdenicker Schleuse ist, dass das Wasser nicht von den Toren her in die Schleusenkammer hineinfließt sondern in der Mitte der Schleuse herausbraust. Dort sind auch entsprechende Markierungen angebracht.

Zurück in der Marina Zehdenick wurden die üblichen Rückgabevorbereitungen getroffen. Der Dieseltank wurde gefüllt und der Abwassertank geleert. Das letzte Mal in einen sehr engen Liegeplatz einfahren war schon fast Routine. Die Rückgabe am Samstag verlief ohne Probleme.

Aus der zurückliegenden Woche konnten wir viele spannende und neue Eindrücke mitnehmen. Es war eine sehr schöne Erfahrung, wir haben uns viel in der Natur aufgehalten, sind durch die bewaldeten Kanäle gefahren und konnten uns super gut vom Alltag erholen. Nicht zu vergessen sind die artenreichsten Tiere die wir vom Motorboot aus gesehen haben. Wir werden sicher wieder einmal eine Motorboot Tour machen.

Viele Grüße Karin und Klaus

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